Veranstaltung mit dem Hamas-Pressesprecher Martin Lejeune an der Universität Hamburg absagen!

Am 30. September 2014 soll an der Universität Hamburg eine Veranstaltung mit dem selbsternannten „Kriegsberichterstatter“ Martin Lejeune mit dem Thema „Was geschah eigentlich im Gazastreifen?“ stattfinden. Veranstaltet wird der Bildvortrag von der Pälastinensischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung e.V., der Regionalgruppe Nord-Hamburg der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V. und der Regionalgruppe Hamburg des Deutsch-Palästinensischen Frauenenvereins e.V. in Kooperation mit dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg, gefördert durch das Zentrum für Mission und Ökumene (Nordkirche Weltweit).

Vor dem Hintergrund der Personalie Matrin Lejeune ist die Beteiligung an einer solchen Veranstaltung höchst fragwürdig. Wenn den veranstaltenden Gruppen sowie dem Kooperationspartner und Förderern daran gelegen ist, dem Antisemitismus keinen weiteren Vorschub zu leisten, erscheint nur die sofortige Absage dieser Veranstaltung als angemessen. Im Folgenden sollen einige Details der persona Martin Lejeune beleuchtet werden.

„Distanzlos mittendrin“
Während der jüngsten Auseinandersetzungen im Gazastreifen, ausgelöst durch die Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher durch die Hamas und der Intensivierung des ständigen Rakentenbeschusses Israels aus dem Gazastreifen, hat es Martin Lejeune zu einiger Beachtung in der deutschen Presselandschaft gebracht. Er wurde beispielsweise von der Cicero Onlineredakteurin Petra Sorge in einem Artikel vom 14.08.2014 hofiert,[1] nachdem er sowohl in der taz,[2] der Frankfurter Rundschau[3] und dem Neuen Deutschland[4] Artikel platzieren konnte, sowie ein Interview im Deutschland Funk geben durfte.[5]

Der in der Veranstaltungsankündigung behauptete Boykott Martin Lejeunes „in den meisten deutschsprachigen Medien […], weil er vom Widerstand spricht und nicht von Terroristen“, erscheint zunächst also wenig glaubwürdig – vielmehr ist die Zensurkeule nach wie vor eine beliebte Methode, um Antisemiten wie Lejeune zusätzliche PR zu verschaffen. Der Tabubruch ohne Tabu ist und bleibt ein Klassiker, der von Jakob Augstein über Günter Grass bis hin zu Martin Lejeune immer wieder gerne bemüht wird, um antisemitische Hetze öffentlichkeitswirksam zu platzieren.

Doch zurück zu Cicero Redakteurin Petra Sorge. Diese stolperte nach ihrem Artikel vom 14.08.2014 über einen Blogeintrag auf Lejeunes Blog „The Days of Oil and Za’atar“,[6] den sie zu einem Umdenken bezüglich des Kriegsberichterstatters bewog. Dies legte sie in ihrem Artikel „Wie ich auf einen Hamas-Versteher hereinfiel“ vom 28.08.2014 dar.[7] Der diesem Artikel zugrunde liegende Blogeintrag[8] Lejeunes bezieht sich auf die Hinrichtung 18 mutmaßlicher palästinensischer „Kollaboratuere“ durch die Hamas (bzw. „dem Widerstand“, wie Lejeune die Hamas bezeichnet), welchen die Zusammenarbeit mit israelischen Geheimdiensten vorgeworfen wurde. Nach Ausführungen dazu, wie die angeblichen „Kollaborateure“ palästinensische Menschenleben gefährden, zitiert Lejeune aus einem Brief, der angeblich bei den Hinrichtungen verteilt worden war. Wörtliche Zitate aus dem auf arabisch gehaltenen Brief zu kennzeichnen, hatte Lejeune unterlassen. Im Folgenden bleibt dadurch unklar, was genau aus dem Brief und was aus seinen eigenen Gedanken stammt. So zum Beispiel folgende Passage

„In dem Brief heißt es weiterhin: Um das soziale Miteinander, das Gemeinwesen und den gesellschaftlichen Zusammenhang nicht zu gefährden, haben die Behörden weder die Namen der Kollaborateure genannt noch die Fotos der Täter verbreitet. Die betroffenen Familien seien diskrekt (sic!) informiert und die Kinder der 18 werden wie die Kinder von Märtyrern behandelt, also finanziell und sozial versorgt. Dies alles ist sehr sozial abgelaufen.“

Auch wenn Lejeune in einem späteren Blogeintrag[9] in Reaktion auf einen Artikel der Seite „Ruhrbarone“[10] versuchte richtigzustellen, dass er nicht die Erschießung von Menschen als „sehr sozial“ bezeichnet habe, bleibt nach diesen Ausführungen doch ein ziemlich fader Nachgeschmack. Lejeune verstärkt den Eindruck einer Selbstpositionierung im Sinne der Befürwortung, wenn er im weiteren Verlauf des ursprünglichen Blogeintrags – nachdem er die Wirksamkeit der Hinrichtungen durch verschiedene indirekte Zitate ohne Quellenangabe zu belegen und rechtfertigen versucht – folgendes schreibt:

„Aber die Behörden sind der Auffassung, daß es richtig sei, mit der öffentlichen Hinrichtung Angst und Schrecken unter den noch nicht entdeckten Kollaborateuren anzurichten. Alle Menschen im Gazastreifen sind sich darin einig, daß man etwas gegen Kollaborateure tun muss, weil die Kollaborateure wirklich eine Gefahr darstellen für die Sicherheit der Menschen.“

Der Blogeintrag lässt trotz späterer Dementis keinen Zweifel daran, dass Martin Lejeune teil dieser vermeintlichen Einigkeit ist. Diverse Kommentare unter dem Blogeintrag[11] zeugen ebenfalls davon, dass auch bei Lejeunes wohlgesonnenen Leser_innen dieser Eindruck entstanden ist und wohlwollend hingenommen wird.

„A child born in #Gaza. Ready to die for Gaza.“

Das Martin Lejeune ein Freund islamistischer Gewalt sein dürfte, belegen auch seine späteren Blogeinträge. Untertitelt mit „A child born in #Gaza. Ready to die for Gaza. The people support the resistance #GazaUnderAttack #GazaUnderFire“ ist in einem Blogeintrag vom 15.09.2014[12] ein palästinensische Kind in Uniform samt Hamas-Stirnband mit Spielzeug-Maschinenpistole zu sehen. Kinder im Dienste des islamistischen Terrors scheinen es Lejeune besonders angetan zu haben, was auch sein Bild-Post vom 19.09.2014[13] nahe legt, dass ebenfalls ein uniformiertes, vermummtes und Hamas-Stirnband tragendes Kind bei einer Menschenansammlung in Gaza City 2014 zeigen soll.

Doch Lejeunes Verteidigung von islamistischem Terror ist weder auf Kinder noch auf den Gazastreifen beschränkt. In einem aktuellen Blogeintrag,[14] ebenfalls vom 19.09.2014, legt er in Form eine Suggestivfrage nahe, dass der Mord an der afghanischen Journalistin Palwasha Tokhi, über den Friederike Böge in der Online-Ausgabe der FAZ berichtete,[15] lediglich Ausdruck der Wut über mutmaßliche Kriegsverbrechen in Afghanistan ist.

„David gegen Goliath“ – „Boykottiere Israel ist unsere Botschaft“

Wenig verwunderlich ist es da auch, dass Martin Lejeune auch popkulturell auf der richtigen Seiten steht. So postete er am 08.09.2014 auf seinem Blog[16] das Musikvideo „3. Intifada“ der Rapper Kaveh, Quazid und Erko. Neben dem Israelhass, den diese drei Rapper teilen, stellt sich die Frage, ob Lejeune ebenfalls mit der Homophobie und dem Sexismus von Quazid einverstanden ist, der „einen dicken Mittelfinger an die restlichen 98% von schwulen Punkrappern und Pussy-Producern“[17] übrig hat.

Der Liedtext ist wenig überraschend, neben dem Aufruf zur 3. Intifada finden sich dort diverse antisemitische Ressentiments, von angeblichen „Reparationen für den Holocaust“ bis hin zu Weltverschwörungstheorien, die in keinen guten Anti-Israel-Rap fehlen dürfen. Terrorismus wird dort auch schnell zum „Ruf nach Freiheit im größten Gefängnis der Welt“ erklärt, wovor sich der obligatorische Ruf nach einem Boykott Israels ebenfalls nicht zu verstecken braucht. Das Israel in diesem Song einen „Genozid in Gaza“ unterstellt wird, dürfte sich mit Martin Lejeunes Sprachgebrauch durchaus decken. Um die Reihe der antisemitisches Topoi komplett zu machen dürfen Verweise auf den angeblichen Arartheidsstaat und Kolonialismus sowie den „Protofaschismus“ Israels selbstverständlich nicht fehlen – aber natürlich sei man „kein Antisemit“.

Zum Ende des Tracks fragt man sich gar, ob die Rapper bei Lejeune oder Lejeune bei den Rappern abgeschrieben hat:

„Wir sind keine Hamas Anhänger. Aber der Wahlsieg und das Erstarken der Hamas ist unter Anderem eine Konsequenz der israelischen Unterdrückung. Die Raketen, die von ihr abgeschossen werden, sind ein letzter verzweifelter Versuch gegen die erwürgende israelische Besatzung und Kolonialpolitik. Das heißt, es sind Aggressionen, die man im Kontext eines antikolonialen Widerstands betrachten muss. Ursache und Wirkung sollten also nicht miteinander verwechselt werden.“

Das die Rapper ausgerechnet den Kühnengruß[18] – ein unter deutschen Neonazis zur Vermeidung von Strafverfolgung verwendeter abgewandelter Hitlergruß – zum Symbol ihrer 3. Intifada gemacht haben und in dem Musikvideo zu jeder passenden Gelegenheit zeigen, dürfte mal wieder nur ein unbedarfter Zufall gewesen sein.

Ein Zeichen gegen Antisemitismus und islamistischen Terror

Wir fordern die veranstaltenden Gruppen vor diesem Hintergrund dazu auf, sich von Martin Lejeune zu distanzieren und die Veranstaltung abzusagen. Dem Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg legen wir nahe, für diese Veranstaltung keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und jede Kooperation mit den veranstaltenden Gruppen bis zur Klärung dieses Sachverhaltes einzustellen. Sollte dies nicht geschehen, muss sich das Institut in Zukunft auf den Vorwurf einstellen, gemeinsame Sache mit Antisemiten zu machen und sich daran zu beteiligen, islamistischen Terror zu verharmlosen und zu hofieren.

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Veranstaltung mit dem Hamas-Pressesprecher Martin Lejeune an der Universität Hamburg absagen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s